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Neuigkeiten
11.06.2020, 14:14 Uhr
Arbeitsbesuch in Kade zur Ausbreitung des Wolfes

Nachdem Ende April mitten im Ortskern von Kade im Jerichower Land Schafe von einem Wolf gerissen wurden, nahmen Anwohner und die Jägerschaft Genthin Kontakt zu mir auf und schilderten die steigende Unsicherheit und Furcht vor immer häufigeren und auch näheren Begegnungen mit dem Raubtier. In der vergangenen Woche habe ich mir den „Tatort“ gemeinsam mit einigen Kollegen aus der Kommunal- und Landespolitik angeschaut.

Foto: Alexander Otto, Büro Manfred Behrens, v.l.n.r.: Detlef Radke MdL, Harald Bothe, Bürgermeister Jerichow, Thomas Barz, Beigeordneter Landkreis JL, Manfred Behrens MdB, Mathias Holzberger, Vorsitzender Jägerschaft Genthin, Marcel Gröppler aus Kade

Der Wolf ist in Deutschland grundsätzlich durch diverse Richtlinien geschützt - darunter unter anderem durch die FFHR (Flora, Fauna, Habitat)-Richtlinie und das Bundesnaturschutzgesetz. In den letzten Jahren ist es gelungen die Wölfe wieder in die deutschen Wälder zu implementieren, jedoch kristallisieren sich bereits Krisenpunkte für Wolfsvorkommnisse heraus. Vor allem Im Jerichower Land wurden in letzter Zeit immer häufiger Angriffe auf Nutztiere gemeldet. In Kade haben sich Wolfe kürzlich direkt im Ortskern und neben einer Kindertagesstätte Kamerunschafe aus Privatbesitz geschnappt. Ich sehe ein deutliches Problem in der Hinsicht, dass die Scheu vor der Nähe zum Menschen allmählich fällt. Bürgerinnen und Bürger berichten davon, dass die Tiere ohne Angst und Furcht in direkter Nähe zum Menschen herumtollen und sich zeigen.

 

Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Detlef Radke, dem Beigeordneten des Landkreises Jerichower Land, Thomas Barz, dem Bürgermeister von Jerichow, Harald Bothe, dem Ortsbürgermeister von Kade, Herrn Wenzlau und Herrn Holzberger von der Jägerschaft Genthin, habe ich den geschädigten Besitzer der Kamerunschafe vor Ort besucht und die Lage erörtert. 

 

Die Scheu vor dem Menschen, die augenscheinlich abfällt, sollte uns nun im Hinblick auf das Wolfsmanagement dazu veranlassen, den Schutzstatus des Wolfes aufzulockern und stetige und gezielte Entnahmen von Problemwölfen durchzuführen, um dem unkontrollierten Wachstum der Bestände entgegen zu wirken. 

Meiner Meinung nach ist die Populationsentwicklung der Rudel in Sachsen-Anhalt mit einer Zuwachsrate von bis zu 30 Prozent pro Jahr deutlich zu hoch. Folglich werden wir auch nicht nur im Bereich der Nutztierhaltung deutliche Schäden erleiden, sondern auch im gesamten Ökosystem Wald. 

 

Ich begrüße sehr, dass durch eine kürzlich verabschiedete Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes die Entnahme von verhaltensauffälligen Wölfen erleichtert wurde. Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht stellt für mich einen folgerichtigen Weg dar. Bei allem Verständnis für den Naturschutz - die Sicherheit der Menschen muss an vorderster Stelle stehen. In letzter Instanz muss dafür aber vor allem auf EU-Ebene die Gesetzeslage an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. Der Schutz des Wolfes soll dabei nicht komplett in den Hintergrund gerückt werden, gleichwohl aber der des Menschen in den Vordergrund.